Verkabelung 2: von Steckern + Kupplungen

Vorweg: der Beitrag Verkabelung 01 sollte bekannt sein, bzw Du solltest wissen was eine symmetrische und unsymmetrische Verkabelung ist.

Es gibt eine Unmenge von verschiedenen Steckern und Kupplungen auf dem Markt und manch einer säuft da schlicht ab vor Verwirrung. Dem wollen wir hier mal abhelfen, wobei ich mich erst einmal auf die in der Tontechnik am gebrächlichsten Teile beschränken will. Wir starten mit den

Steckverbindungen, unsymmetrisch

1. Cinch-Stecker

Am häufigsten begegnet uns da der Cinch-Stecker nebst -Kupplung. Es gibt ihn in zig Varianten: verschweißt, verschraubt, aus Plastik, aus Metall, vergoldet, etc. Aber allen ist eins gemein: nur 2 Kontakte. Der Stift in der Mitte für das Signal und der Außenring für die Masse. Jeder, der eine Stereoanlage zuhause sein Eigen nennt kennt ihn, da das Cinch-Kabel immer noch die Standartverbindung zwischen CD-Player, Kassettendeck (ja, das haben manche noch!) und Verstärker darstellt. Auch die digitale Consumer-Schnittstelle S/PDIF (=Sony/Phillips Digital Interface) verwendet ihn.

Und so sieht er aus:

 

Cinch-Stecker

Verkabelung 2: Cinch-Stecker

 

Für eine Stereo-Verkabelung benötigt man natürlich 2 Stecker: einen, meist schwarz markiert für den linken Kanal und einen rot markierten für den rechten Kanal („R“ot = „R“echts). (Der kleine rote ohne Kabel ist übrigens eine Kupplung. 😉

2. Klinkenstecker

Er ist ein echter Allrounder. Man findet ihn in beiden Welten: der unsymmetrischen und der symmetrischen Verkabelung. Zu allem Überfluss gibt es ihn auch noch in verschiedenen Größen: 6,3 mm, 3,5 mm, 2,5 mm … . Jeder Hobby-Mugger kennt die große Variante mit 6,3 mm Durchmesser, die „Große Klinke„. Jedes Gitarrenkabel  (oder „Instrumentenkabel“ sagt der Keyboarder) verwendet ihn. Hier in der 2-poligen Mono-Variante. In der Stereo-Variante (3-polig) findet man ihn z.B. beim Kopfhörer, denn bei 3 Polen kann man ein Stereo-Signal unsymmetrisch übertragen.

Hier ein Bildchen:

Klinkenstecker

Verkabelung 2: Klinkenstecker

Genauso wie bei den Cinch-Steckern gibt es hier Varianten aus Plastik oder Metall. Bei konfektionierten Kabeln (die, die man fertig kauft) findet man meist die verschweißte Plastikvariante (der graue links + der blaue rehts). Die sind recht stabil, können aber nicht geöffnet + repariert werden. Wenn kaputt, dann kaputt!

Wenn ihr Kabel selber löten wollt, nehmt immer die Metallvariante. Die ist zwar teurer, aber auch erheblich stabiler. Der kleine schwarze Stecker (2. von rechts) ist so ein Billigvertreter: ein leichter Zug von der Seite, oder einmal etwas stärker angefasst, schon ist die Kappe ab oder sogar kaputt. Das ist in der Regel nicht die Mühe wert.

Die  Polung: die Spitze ist immer das Signal (also „heiß“), der Schaft die Masse, bzw. Abschirmung.
Bei Stereoklinken, symmetrisch mono: die Spitze = „heiß“, der Ring = „kalt“ + der Schaft = Masse.
Stereoklinke, unsymmetrisch stereo: Spitze = links, Ring = rechts, Schaft = Masse.

Hier mal einer aufgeschraubt:

gr. Klinke ofen

große Klinke offen

Ihr seht einen einfachen Klinkenstecker in Monoausführung. Die durchsichtige Kunststoffhülse wird über die Lötkontakte geschoben und verhindert, dass diese mit der metallenen (leitenden) Aussenhülse in Kontakt kommen. Denn die hat Massekontakt.

Die kleine 3,5er Monoklinke (z.B. ganz rechts, blau) gibt es auch bei manchen Netzteilen. Und da ist’s auch schon vorbei mit der Regel! Oft ist die Spitze der Pluspol, aber manchmal auch der Minuspol. Also immer auf die Beschriftung am Netzteilgehäuse achten.

3. Der XLR-Stecker:

Dieser Stecker begegnet uns sehr häufig in der Tontechnik. Jedes Mikrofonkabel hat ihn, jedes Audio-Multicore, jede digitale AES-EBU-Leitung und manches Lautsprecherkabel (kurz: „LS-Kabel“). Es gibt ihn in 3-Pol, 4-Pol und 5-Pol (meist DMX, also Lichtsteuerleitung). Für den Ton ist aber nur die 3-Pol Variante interessant und die sieht so aus:

XLR-Stecker

Der XLR-Stecker

Links: die Kupplung, rechts: der Stecker. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, meist silber (diese sind nun mal schwarz Wink ).

Vorteil bei diesem System:

  • Sehr stabil, überstehen gut den harten Road-Einsatz.
  • Sie sind gut lötbar weil man im Stecker genug Platz hat
  • und sie sind verriegelbar! Der silberne Knopf auf der Kupplung ist die Verriegelung. Einmal richtg zusammengesteckt (es muss „klicken“!), löst sich nix mehr von selbst.
  • Sie haben eine gute Zugentlastung und es passen auch dicke Kabel in den Stecker. Daher wird der XLR-Stecker für die meisten Verbindungen im Profi-Bereich genutzt.

Nachteil:

  • recht teuer, mehr als 5,-€ pro Stecker, Kupplungen noch teurer.

Tja, wer Qualität will, muss eben löhnen. Aber so mancher XLR-Stecker hat es schon überlebt, dass ein eifriger Helfer mit ner voll beladenen großen Transe (nein, das ist ein großes schweres Packcase!) drübergerammelt ist. Ups, war da wat??

Noch was Grundsätzliches:

ein guter Stecker, egal welcheSorte, sollte komplett aus Metall bestehen immer einen Knickschutz haben. Wenn ihr auf die Bildchen schaut:

  • so wie bei den Cinchsteckern die beiden rechten,
  • bei den Klinkensteckern die beiden in der Mitte
  • XLR-Stecker haben immer einen Knickschutz.

Wer selber löten will, sollte keinen Billigschrott kaufen. Gibt nur Ärger! Entweder verbrennt man sich die Finger, weil zu eng, oder beim Löten schmilzt gleich die Plastikisolierung zwischen den Kontakten weg und der Stecker ist dann schief, bis im Eimer (tritt besonders bei Cinchsteckern auf, die billigen mit der Plastikkappe). Kabel haben auch die dumme Angewohnheit runterzufallen und immer im Weg zu liegen. Schon latscht einer drüber und KNACKS das Plastikgehäuse ist nur noch Brösel.

In diesem Sinne: Matsch Fann beim löten und Kabel basteln und wie immer: nur für private Zwecke, keine unerlaubte Weitergabe an Dritte, Veröffentlichung, Weiterverwertung. © 2014 Markus Hausmann

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte Captcha Code eingeben * Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.