Neuordnung der Funkfrequenzen

Am 20.05.2010 wurde das Versteigerungsverfahren durch die Bundesnetzagentur der Funkfrequenzen in den Bereichen 800 MHz, 1,8 GHz, 2 GHz, 2,6 GHz für den drahtlosen Netzzugang zum Angebot von Telekommunikationsdiensten beendet. In diesen Bereichen werden künftig die Mobil- und TV-Funker rumhupen und für uns Teckies heißt das wir müssen mit unseren Funkmikros auf andere Frequenzen ausweichen. Dafür wurden von der Bundesnetzagentur die Frequenzbereiche von 470 – 790 MHz neu geordnet. Waren diese Bereiche bisher hauptsächlich den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten vorbehalten, sollen sich dort nun alle Funkmikros tummeln.

Das neue Raster sieht dann so aus:

470 – 710 MHz (Kanäle 21 – 50): Rundfunkanstalten (öffentlich-rechtliche ~ und private ~)

710 – 790 MHz (Kanäle 51 – 60): Professionelle drahtlose Produktionen außerhalb des Rundfunks

470 – 790 MHz (Kanäle 21 – 60): Ortsfeste Nutzungen (z. B. Theater, Freilichtbühnen, Stadthallen)

Für diese Neuordnung der Funkfrequenzen gibt es eine Art „Übergangsphase“ bis zum 31.12.2015, während der die bisherigen Frequenzbereiche weiter kostenfrei genutzt werden können. In der Präsidentenkammerentscheidung der Bundesnetzagentur vom 12.10.2009 heißt es dazu:

Darüber hinaus sind die Frequenzbereiche 790 – 814 MHz und 838 – 862 MHz durch die Amtsblatlverfügung 91/2005 für Funkmikrofone für professionelle Nutzungen mit einer maximal zulässigen äquivalenten Strahlungsleistung von 50 mW ERP allgemein zugeteilt worden. Die Allgemeinzuteilung ist am 01.01.2006 in Kraft getreten.

Die Allgemeinzuteilung ist bis zum 31.12.2015 befristet. Eine Nutzung der Frequenzen für den drahtlosen Netzzugang zum Angebot von Telekommunikationsdiensten ist aber schon vor Auslaufen der Allgemeinzuteilung möglich. Die Allgemeinzuteilung enthält insoweit den ausdrücklichen Hinweis, dass die Frequenzen auch durch andere Funkanwendungen genutzt werden können. Die aufgrund der Allgemeinzuteilung betriebenen Funkmikrofone in Bereich 800 MHz können zukünftig mit der Nutzung der Frequenzen für den drahtlosen Netzzugang gestört werden. Diese Störungen müssen jedoch aufgrund des nachrangigen Status der Allgemeinzuteilung hingenommen werden. Die Kammer weist jedoch darauf hin, dass die Netzbetreiber aufgrund der Verpflichtung nach Punkt IV.4.5 dieser Entscheidung
zunächst die „ländlichen Regionen“ versorgen müssen. Da die überwiegende Nutzung der Funkmikrofone jedoch in den Ballungsgebieten erfolgt, ist mit möglichen Beeinträchtigungen der Mehrzahl der Funkmikrofone, wenn überhaupt, erst mit einem entsprechenden zeitlichen Versatz zu rechnen.

Der volle Text ist hier zu lesen. Veröffentlicht auf der Website der Bundesnetzagentur.

Das klingt erst einmal nicht sehr prickelnd! Man scheint darauf zu pokern, dass es keine Probleme geben wird. Hauptsache die Mobilfunker haben freie Bahn, sie haben ja mit Milliarden Euronen gewunken. Die Veranstaltungsbranche hat das Nachsehen, denn wie heißt es oben so schön: „Diese Störungen müssen jedoch aufgrund des nachrangigen Status der Allgemeinzuteilung hingenommen werden.“ Von den Kosten für die Umrüstung bestehender Funkmikroanlagen, oder gar Neukauf wegen Nichtumrüstbarkeit möchte ich gar nicht erst reden.

Lösungsansätze?

Nun ja, 5 Jahre sind eine lange Zeit. Laut dem Hersteller Shure sind Störungen vorerst nicht zu erwarten, da die Netzbetreiber frühestens 2012 in den neuen Bändern anfangen zu hupen. Auch geht es hier überwiegend um Versorgung mit mobilem Internet, hauptsächlich für die Regionen, in denen eine Kabelversorgung zu teuer ist. Daher wurde von der Bundesnetzagentur ein 4-Stufenplan festgelegt (Präsidentenkammer-entscheidung, Seite 6), nachdem die Mobilfunker erst in den ländlichen Regionen beginnen, dann die Kleinstädte, mittleren Städte und erst zum Schluss die Ballungsräume beglücken.

Auch ein Frühzeitiges Ausweichen auf die neuen Frequenzen macht wohl keinen Sinn, da sie z. Z. noch kostenpflichtig sind, also Einzellizenzen gekauft werden müssen.

Laut Shure ist nur für die aktuellen Funkstrecken ein Umbau möglich (z. B.: UR4D: 350,- €), aber man sollte sich überlegen ob das jetzt schon Sinn macht. Wie gesagt: vor 2012 wird gar nix passieren und danach muss man sehen, ob überhaupt Störungen auftreten. Also Scanner anschmeißen und gucken was da kommt. 2015 sind mit Sicherheit schon Nachfolgemodelle auf dem Markt. Wer nicht jetzt neu kaufen muss sollte lieber warten.

So, wer sich noch dafür interessiert, was sich wer unter den Nagel gerissen hat wird hier fündig: Ergebnis der Auktion
Die genaue Zuweisung der einzelnen Frequenzen steht noch aus. 4,38 Mrd € sind schon eine fette Summe für diese Frequenzen. Da muss man schon ein dickes Geschäft wittern …

Wenn jemand hierzu neue Infos hat, bitte hier kommentieren, oder mit mir direkt Kontakt aufnehemen. Danke.


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