Rückkopplung / Feedback 1

 

Rückkopplung / Feedback 1

Und wieder 100 Leute per Rückkopplung zum Ohrenarzt geschickt


Den Effekt kennt jeder: ein fieses Pfeifen, hoch und laut jagt durch den Saal wie eine Rasierklinge, alle halten sich die Ohren zu und der Mann / die Frau am Mischpult ist der Panik nahe.


Aber was ist das und wie entsteht es? Ein Beispiel: Hans Dussel ist Sänger in einer Band und turnt mit dem Mikro in der Hand auf der Bühne rum. Einem Impuls folgend springt er von der Bühne und rennt nun vor der selbigen hin und her. Aufgepeitscht vom Publikum und von seiner eigenen Mugge merkt er nicht dass er der PA zu nahe kommt, steht plötzlich direkt vor einer Box und da kommt sie, die Rasierklinge! Laut kreischt eine Rückkopplung durch den Saal. Hecktisches Gefummel am Mischpult, der Gesang ist weg und der Tonmann / -Frau gibt wütende Zeichen: Hans Dussel soll da verschwinden! Aus der Spaß.


Was ist passiert? Das Mikro von Hans nimmt seine Stimme auf, schickt sie zum Mixer, von da zu den Amps und zu den PA-Lautsprechern. Die PA schmeißt es verstärkt in den Saal. Wenn nun das Mikro von Hans den Lautsprechern zu nahe kommt, nimmt es dieses verstärkte Signal wieder auf und schickt es wieder auf den selben Kurs (Mixer Amps ► PA). Es kommt also nochmal verstärkt wieder beim Mikro an, das es wieder aufnimmt…

Es entsteht so eine Schleife, die sich immer weiter aufschaukelt, eine Feedback-Schleife. Das Ergebnis ein entsätzliches lautes Pfeifen, das erst endet, wenn der Tonmann / -Frau am Mischpult den Fader runterreißt, oder Hans Dussel sich per Hechtsprung von der Box entfernt. Das Erste wird wohl eher der Fall sein.

Meist baut sich so ein Feedback in Sekundenbruchteilen auf. Zu schnell um es zu verhindern. Also sollte man sich vorher Gedanken machen, wo die Gefahren liegen.

Mögliche Gefahren entstehen:

  • zwischen Mikro + PA-Lautsprecher
  • zwischen Mikro + Monitorlautsprecher
  • durch falsches Routing / Patching im Mischpult und Periferie (Outboard)

Grundsätzlich entsteht ein Feedback, wenn ein Signal zu seinem Ausganspunkt zurückgeschickt wird. Wenn ich also am Mixer den Ausgang auf den gleichen Eingang patche, erhalte ich ebenfalls ein Feedback, noch fieser, als über Mikro und PA. Daher: bei größeren Setups immer Patchplan machen!

Wie kann man sowas verhindern?

  1. Saubere Planung. Mach dir schon vorher Gedanken über den Aufbau und nicht erst auf der Mugge.
  2. Mit dem Mikro vor der PA rumturnen ist ein absolutes „No Go“!
  3. Sauberes Einpfeifen der ganzen Anlage, also PA + Monitore. Dafür verwendet man Equalizer in jedem Sendweg zur PA + den Monitoren. Mit ihnen kann man die Feedback-Frequenzen (auch „Koppelfrequenzen“ genannt) geziehlt absenken und so das Rückkopplungs-Risiko veringern. Wie das geht, folgt im nächsten Beitrag „Feedback 2“.
  4. Den Sound auf der Bühne so leise wie möglich fahren. Das „Volle Brett“ auf der Bühne ist eine sichere Planke zur Rückkopplung. Also dreh dem Gitarristen den Amp zu und mach dem Schlagzeuger klar, dass er nicht in der Muckibude, sonder auf der Bühne ist. Auch manche Bassisten müssen gelegentlich ausgebremmst werden.

Gerade bei Amateurbands ist die Lautstärke auf der Bühne ein echtes Problem. Je lauter die Verstärker aufgerissen werden, desto mehr schreit der Sänger: „Ich hör mich nicht! Monitor lauter!“ Am Ende herrscht solch ein Krach auf der Bühne, dass man die PA getrost ausmachen kann. Sie ist eh nicht mehr zu hören. Aber das Sänger dann auch nicht … 😉

In diesem Sinne: keep on rocking!

Und wie immer gilt: nur für private Zwecke! Keine unerlaubte Weiterverwendung durch Dritte. © 2012 Markus Hausmann.


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