Corona, Internet und Suchmaschinen

Die besondere Rolle von Google und Konsorten

Meine Meinung:

Seit langem nun hängen wir in der C-Kriese, wir kämpfen mit den Lockdown-Maßnahmen der Regierung, mit der Vereinsamung, dem Homeoffice, dem Homeschooling, der Kurzarbeit, manche haben ein quasi Berufsverbot (z. B. Veranstaltungsbranche und Kultur), wieder andere haben sogar ihren Job verloren… Und Licht am Horizont? Naja, mit der Impfung holpert es ganz schön, viele haben Zweifel oder sogar Angst davor und die Zahlen bleiben weiter auf hohem Niveau, trotz Lockdown.

Und dann auch noch diese Verschwörungstheorien: Corona gibt’s garnicht! Alles Fake News! Die Pharmaindustrie macht den Milliardendeal und die WHO wird von Bill Gates gesteuert und, und, und.

Woher kommt das nur alles? Eine tiefliegende Zukunftsangst? Die Sehnsucht nach einfachen Erklärungen in einer schwierigen Zeit? Wir suchen alle nach Erklärungen, die uns über diese Phase hinweghelfen. Internet und Suchmachinen scheinen da die einfachste Quelle zu sein, bergen aber auch eine Menge Fallstricke.

Wir leben in einer Informationsgesellschaft

Spätestens seit Erfindung des Internet hat sie sich grundlegend verändert. Früher hatten wir nur die Zeitungen, das Radio, das Fernsehen als Informationsquellen, vom Buschfunk mal abgesehen. Und Bibliotheken mit Fachbüchern, wenn es um spezilelles Wissen ging. Also alles Quellen, die redaktionell und journalistisch sortiert und aufbereitet waren.

Heute nutzen wir hauptsächlich das Internet. Das hat Vor- aber auch Nachteile. Einerseits steht uns viel mehr an Information sofort zur Verfügung, die Menge erschlägt einen fast, andererseits ist die Information nur selten journalistisch und redaktionell aufbereitet. Es kann halt jeder schreiben, und vor allem: was er will! Niemand kontrolliert vor der Veröffentlichung den Text auf Wahrheitsgehalt und Korrektheit. Dies stellt die Leserinnen und Leser vor eine große Herausforderung.

Wir müssen alle journalistisch denken

Wir müssen alle journalistisch denken, wenn wir im Internet einen Beitrag lesen. Ich spreche hier von Beiträgen, die nicht von offiziellen Quellen oder bekannten Medien wie Redaktionen der Zeitungen, Sender, Verlage, etc. veröffentlicht werden. Diese überwiegend von Privatpersonen veröffentlichten Beiträge sollten immer mit einer gewissen Skepsis gelesen werden und sofort eine Reihe von Fragen auslösen:

  • Wer schreibt hier?
  • Woher stammt diese Information?
  • Gibt es weitere, von dieser unabhängige Quellen, die dies bestätigen?

Wie die meisten bin auch ich natürlich kein Journalist und mir stehen auch längst nicht alle Möglichkeiten zur Verfügung, die ein Profi auf diesem Gebiet hat, aber ich bin immer skeptisch beim Lesen von irgendwelchen Informationen im Internet. Lieber zu vorsichtig sein, als zu leichtgläubig! Denn: wie kommen wir alle an diese so genannten Informationen im Internet?

Die Krux mit den Suchmaschinen

Ja, es ist eine Krux mit diesen Suchmaschinen, wie Google und Konsorten! Was tun wir denn, wenn wir etwas suchen? Wir benutzen eine Suchmaschine, wühlen uns durch die Ergebnisliste und klicken auf einen Eintrag, der uns passend erscheint. Doch wer weiß schon wie es zu dieser Ergebnisliste gekommen ist? Die Meisten glauben, dass das ein wertfreies Ergebnis der eingegebenen Frage ist. Das ist leider FALSCH! Nun, betrachten wir einmal exemplarisch den Platzhirsch, named Google.

Die Bezeichnung „Suchmaschine“ ist schon irreführend. Sie impliziert ein Bild von einem Automaten, in den man oben eine Frage reinwirft, dann drehen sich hunderte Räder, es rasselt und knirscht und unten geht eine Schublade auf mit einem Haufen Karteikarten als Ergebnis. Das ist grundlegend falsch!

Hinter der Fassade (hier Google) steht eine künstliche Intelligenz, kurz: KI. Das ist ein Riesenkomputer mit einer selbstlernenden Software. Und was lernt die? Unser Nutzerverhalten, also alles, was wir bei Google eintippen und uns anschließend in der Ergebnisliste anschauen. Sie tut das nicht um uns besser zu informieren, sondern um Geld zu verdienen. Hinter Google steht der Megakonzern Alphabet mit einem Börsenwert von rund 1 Billion Dollar (laut Zeit Online, vom 17.01.2020)!

Das wahre Interesse von Google

Und womit verdient Google Geld? Richtig, mit Werbung! Schaut euch mal so eine Ergebnisseite näher an: da gibt es oben meist einen Bereich mit Ergebnissen bei denen „Anzeige“ vor der Adresse steht. Ebenso in der 2. Spalte, rechts. Manchmal folgt darunter eine Karte mit Markierungen, die sich auf weitere Anzeigen darunter bezieht. Erst dann folgen die eigentlichen Suchergebnisse. Allein daraus kann man schon sehen, worum es Google eigentlich geht: Anzeigen. Sie bringen das Geld. Für den Nutzer ist Google ja kostenlos. Und da greift wieder der alte Spruch: „Ist das Produkt kostenlos, bist Du das Produkt!“

Google tut alles, damit die Anzeigen uns interessieren und Wirkung zeigen. Denn an den Anzeigen oben links verdient Google nur, wenn Du draufklickst. CPC nennt sich das = Cost Per Click. Um das zu erreichen analysiert Google genau, was wir suchen und was wir anklicken und lesen. Jeder der Google häufiger benutzt kennt das: Immer wieder lässt Google sich die Coockies von uns genehmigen. Das sind kleine Code-Schnipsel, die auf unseren Rechnern installiert werden. An ihnen erkennt Google uns wieder. „Aha, da ist wieder der Rechner mit der IP-Adresse xxx.yyy.zzz. In meiner Datenbank steht: Der hat das letzte Mal das und das gesucht, jene Anzeige angesehen und diese Ergebnisse gelesen. Also zeige ich ihm jetzt diese Anzeigen.“

Die Ergebnisse werden gefiltert

Google will, das wir uns bei ihnen wohlfühlen, damit wir wiederkommen, sie uns öfter Anzeigen presentieren und somit mehr Kohle machen können. Dafür werden zusätzlich auch die Ergebnisse gefiltert. Wer z.B. viel nach Heavy Metal Musik sucht, dem zeigt Google das nächste Mal mehr Ergebnisse die zu Heavy Metal passen und eher nicht zu Klassik. Das führt aber auch dazu, dass man irgendwann in einer Informationsblase landet. Plötzlich besteht die Welt nur noch aus Heavy Metal.

Ja, das ist natürlich überzeichnet, aber das Prinzip wird deutlich. Wir müssen verstehen, dass die gezeigten Ergebnisse nur ein Teil der Wahrheit sind, wenn überhaupt. Leider trifft das nicht nur auf Google zu.

Fazit

Was lernen wir daraus? Wer wirklich nach Information sucht, muss mit Bedacht vorgehen. Das Internet ist ein wirrer Haufen von viel Blödsinn, aber auch viel Information. Eine Suchmaschine ist eben keine Maschine, sondern eine KI mit eigenen Zielen. Man kann also versuchen verschiedene Suchmaschinen einzusetzen, ständig die Coockies und den Browsercash zu löschen, dann hat es Google nicht so leicht mit der Analyse und man findet vielleicht differenzierte Ergebnisse.


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